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Historie
Ludgerus
Impressionen
St. Ludgerus (St. Liudger)

Am 13. Januar 802 schenkte ein gewisser Thankgrim ein Gut an den Ludgerus, den Abt der Abtei Werden (Ruhr). Aufgrund dieser Schenkung ist das Gedenken an den hl. Ludgerus in Hüsten immer lebendig gewesen.

In der Schenkungsurkunde wird der Name "hustene" (=Hüsten) das erste Mal urkundlich erwähnt. Dieses Dokument belegt eine frühe christliche Siedlung mit einem Kirchenbau auf Hüstener Grund. Es ist anzunehmen, dass auch diese Kirchengründung auf Ludgerus zurückzuführen ist. Der Hl. Ludgerus wird als zweiter Schutzpatron der Petri-Gemeinde verehrt.

Der 13. Januar 2002 war für ganz Hüsten und besonders für unsere St. Petri-Gemeinde ein großer Freudentag. Zum einen konnte das 1200jährige Bestehen von Hüsten gefeiert werden, zum anderen erhielt unsere Gemeinde eine Reliquie des hl. Ludger. Diese befindet sich in einem Reliquiar, eingelassen in die Wand des linken Seitenschiffes unterhalt eines Fensters, das auch den Hl. Ludgerus zeigt.

Das Reliquiar aus Silber ist in Kreuzform gestaltet. Das Kreuz erinnert an den Tod Christi, das leuchtende Material erinnert an die Auferstehung. Der Glanz der eingelassenen Opale erschließt sich erst beim näheren Hinsehen, ähnlich, wie sich auch die Auferstehung und das leere Grab nur dem Glaubenden erschließen können. Der Platz der eigentlichen Reliquie befindet sich am Fuß des Kreuzes, Symbol dafür, dass Ludger sein Leben auch unter den Auftrag Jesu gestellt hat.


Wer war nun dieser Ludgerus?

Als erster Bischof von Münster und als Gründer der Benediktinerabtei Werden gehört er zu den großen Persönlichkeiten der christlichen Frühzeit in Europa.

Geboren wurde er um 742 bei Utrecht in einer adeligen Familie. Im großelterlichen Haus begegnete er dem hl. Bonifatius. Diese Begegnung und sein christliches Elternhaus bestimmten wohl seinen Weg. Nach dem Schulbesuch im Martinuskloster zu Utrecht, das von einem Schüler des hl. Bonifatius geleitet wurde, studierte er in York (England) unter dem gelehrten Alkuin, dem späteren ‚Kultusminister' Karls des Großen. Eine viel bessere Ausbildung konnte man sich damals nicht wünschen.

Nach seiner Priesterweihe 777 wurde er Missionar im friesischen Ostergau. Später unternahm er eine Pilgerreise nach Rom und Monte Cassino. Dort traf er 787 Karl den Großen, der ihn in die mittelfriesischen Gaue als Missionsleiter schickte. Ein erneuter Aufstand der Friesen beendete auch diese Tätigkeit. Den von Karl angebotenen Bischofsstuhl in Trier lehnte er ab. Daraufhin wurde er zum Leiter der westsächsischen Mission, die Teile der heutigen Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen umfasste. Mittelpunkt dieses Missionsgebietes wurde das heutige Münster. Hier begann er mit dem Bau des Paulusdoms.

796 erwarb er Grundbesitz in Werden (Essen). Dort konnte er aufgrund des wachsenden geschenkten Grundbesitzes sich seinen Wunsch, ein Kloster nach den Regeln des hl. Benedikt zu gründen, erfüllen. Dennoch musste er 805 eine neue Aufgabe übernehmen: er wurde der erste Bischof von Münster. Nach segensreichem Wirken starb er am 26.März 809 auf einer Visitationsreise in Billerbeck. Seinem Wunsch entsprechend wurde er in Werden an der von ihm selbst bezeichneten Stelle begraben.

Zum Schluss noch etwas zu seiner auch heute noch geltenden Bedeutung: Ludgerus hat durch die Verkündigung des Evangeliums die europäische Denk- und Kulturwelt sowie die Wertvorstellungen entscheidend geprägt. Neben Willibrod und Bonifatius hat er "Europa eine christliche Seele" eingehaucht, die auch im 21. Jahrhundert "neu zu entdecken und neu einzupflanzen (ist), damit unser Kontinent nicht herzlos, seelenlos und schließlich unmenschlich wird" (Erzbischof Fernand Franck, Luxemburg).

Darstellungen des Hl. Ludger finden sich in unserer Kirche am Hauptaltar, in einem Kirchenfenster und in der Friedhofskapelle, die auch dem Hl. Ludgerus geweiht ist.


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